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Geschichte


Ansicht von Hausen nach einer Zeichnung von Rudolf Schiestl aus dem Jahre 1915
Am 1. November 1007 überließ König Heinrich II. dem von ihm neugegründeten Bistum Bamberg den Königshof Forchheim mit vierzehn umliegenden Dörfern. In der Schenkungsurkunde wird Hausen erstmals schriftlich erwähnt. Nach dem 1024 erfolgten Tode Heinrichs II., der 1014 zum Kaiser gekrönt worden war, bestieg zunächst der Salier Konrad II., dann dessen Sohn Heinrich III. (seit 1028 als Mitkönig, König 1039, Kaiser 1046) den Thron. Dieser nahm 1050 den Königshof Forchheim und damit Hausen wieder an sich, bis 1062 Heinrich IV. die Entziehung aufhob und die Schenkung Heinrichs II. bestätigte. 1348 wird Hausen im Rechtsbuch des Bamberger Bischofs Friedrich von Hohenlohe genannt, dieses Mal mit namentlicher Angabe von dreizehn ansässigen Hofbesitzern. Aus dem gleichen Jahr stammen die ersten Urkunden, die sich allein auf Hausen beziehen: zwei Gerichtsbriefe des bischöflichen Amtes zu Schellenberg bei Kleinsendelbach, einen Grundstücksstreit der Hausener mit den Kersbachern betreffend.


Obwohl Hausen zum Herrschaftsgebiet des Bischofs von Bamberg gehörte, gewannen im Laufe des Mittelalters die brandenburgischen Markgrafen mehr und mehr Einfluß. Schließlich wurde die gemeinschaftliche Regierung im Forchheimer Rezeß von 1538 vertraglich geregelt. Die Grundherrschaft lag jedoch überwiegend in Nürnberger Hand. Diese Tatsache wie auch die unterschiedlichen Konfessionen der Herrschaften waren bis weit ins 18. Jahrhundert Anlaß zu unaufhörlichen Auseinandersetzungen. Einer Nürnberger Patrizierfamlie verdankt Hausen die noch heute im Kern erhaltene erste Kirche. Im Jahre 1468 ließ Peter Haller auf eigenem Grund eine Kapelle zu St. Wolfgangs Ehren bauen und stattete sie mit Geld und Gütern aus, 1517 stiftete Wilhelm Haller von Ziegelstein die Pfarrei. Eine grundlegende barocke Umgestaltung des Gotteshauses erfolgte zwischen 1726 und 1729. Am 28.04.1968 wurde die neue Kirche, ein massiger Betonbau im Stile der Zeit, geweiht.

Wasserrad an der Regnitz
Hausen wurde zwar nicht völlig von kriegerischen Ereignissen verschont, doch wurde es offfenbar - im Gegensatz zu vielen umliegenden Dörfern - weder im Bauernkrieg 1525 noch im Raubkrieg des Markgrafen Albrecht Alcibiades 1552/53 verwüstet. Über die Auswirkungen des Dreißigjährigen Krieges liegen keine Nachrichten vor. Die Napoleonische Aera brachte nicht nur häufige Durchzüge fremder Heere mit unliebsamen Begleiterscheinungen, sondern auch mehrfachen Wechsel der Herrschaftsverhältnisse. 1792 war die Markgrafschaft Ansbach-Bayreuth nach der Abdankung des letzten Markgrafen dem Königreich Preußen einverleibt worden, welches nun neben dem Hochstift Bamberg in Hausen Landesherrschaft war. 1803 ging - nach der Säkularisierung des Hochstifts - Hausen ganz an Preußen über. Die preußische Herrschaft dauerte jedoch nicht lange, denn schon nach dem Sieg Napoleons in der Schlacht bei Jena mußten die Preußen die Markgrafschaft an die Franzosen abtreten. Von 1807 bis 1810 gehörte Hausen zum französischen Kaiserreich. Im Jahre 1810 hatten die Wirrungen mit der Übergabe des Bayreuther Landes an das Königreich Bayern ein Ende.


Da besitzlosen Fremden - anders als in reichsritterschaftlichen Dörfern der Umgebung - der Zuzug verwehrt war, blieb Hausen Jahrhunderte hindurch ein ausgeprägtes Bauerndorf. Wasserschöpfräder sorgten für die Bewässerung des weiteen Talgrundes. Damit erreichte überschnittliche Ernteerträge schufen die Basis für einen bescheidenen Wohlstand, der seinen Ausdruck in der aufwendigen Tracht fand. Der "hohe Kranz", das kunstvoll gestickte "weiße Tüchla" und die buntschillernden Schürzen und Bänder aus schwerer Seide machen die Frauentracht zu einer der schönsten in Deutschland.

Dorfmuseum im Greifenhaus

Wimmelbach, das sich 1972 im Zuge der Gebietsreform an Hausen angeschlossen hat, ist in der gleichen Urkunde wie Hausen am 1. Novemberg 1007 erstmals erwähnt. Trotz vielfältiger historischer Verbindungen mit Hausen kann es auf eine eigenständige Geschichte zurückblicken. Die Dorfherrschaft lag lange Zeit in der Hand der Besitzer des Rittergutes Thurn, wenn auch der Bischof von Bamberg Landesherr war. Obwohl Wimmelbach einen ausgeprägten bäuerlichen Charakter hatte, gab es hier schon eines der ersten frühindustriellen Unternehmen im Forchheimer Land: die 1809 erstmals erwähnte  und um 1960 stillgelegte Ziegelhütte bestand schon vor 1800. Geheimnisumwittert bleibt das bereits im 16. Jahrhundert genannte "Hagengut", herrschaftlicher Besitz einer Familie der Forchheimer Oberschicht, von dem keine Spur mehr vorhanden ist. Ein Lexikon des Königreichs Bayern von 1840 nennt ein längst verschwundenes Schlößchen in Oberwimmelbach sowie alte (vorgeschichtliche) Grabhügel auf dem Steig nach Burk.


Die bauliche Expansion der letzten Jahrzehnte hat das Erscheinungsbild von Hausen wie von Wimmelbach durchgreifend verändert. Es ist zu hoffen, daß dennoch die prägenden Zeugen einer reichen Geschichte in der Gemeinde erhalten bleiben.


Engelbert Wagner

Heimatpfleger




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